Juli 2026
Mittelerde?
10.7.26 Es ist nur die Wildunterquerung durch einen Regionalbahndamm.

Aber ist sie nicht wunderschön (besonders die Kabel dadrüber ...) ? Ich finde, diese Sicht erinnert an Bilder, die wir aus dem Auenland / Mittelerde kennen, oder? Dieses Bild ist mehrere Ortschaften weit weg von uns entstanden, natürlich auf einer Ellirunde.
Ein anderes Bild, gleiche Anmutung, aber in Sichtweite zu unserem Hof: Das Wasserwerk unseres Ortes.

Als wäre auch das von Mittelerde inspiriert - und in diesen Tagen erst in diese Erdkuppel eingepackt worden.
Was jetzt noch fehlt, sind aktuelle Bilder einer anderen Runde, die wir schon lange nicht mehr gelaufen sind, genannt 'Mittelerderunde'. Ja tatsächlich. Nicht wegen der Bauwerke, sondern wegen der Landschaft dort. Gehen wir mal wieder, zeigen wir mal wieder aktuelle Bilder von.
von jetzt auf gleich: Schwimmen!
14.7.26 Gerade eben war noch

schönster Sonnenschein, und innerhalb von Minuten dann das hier:
Dieser Regenguss war sehr ergiebig: Im Laufe des Vormittags waren es insgesamt 20l/m², die da von oben kamen. Alle Zisternen sind nun wieder voll...
von braunen Wassern und vergessenen Marshmallows
15.7.26 Nach den starken Regenfällen in den letzten Tagen finden sich im Wald schöne Bilder.

So gibt es auf einigen Wegen Pfützen, was wir in all der Zeit mit Elli noch nicht gesehen haben. Wohl gemerkt, in den Wäldern HIER. Anderswo sehen wir das öfter, wenn dann aber auch mit schnödem klaren oder schlammigen Wasser, nicht mit welchem in Bernsteinfarben.
Und an anderer Stelle, auf einem kleinen Feld mitten im Wald,

wurde vor langer Zeit einmal Heu gemacht und als Ballen abgelegt - und offenbar vergessen. Nun liegt er mitten auf dem Feld, eben wie ein vergessener Marshmallow, und drumherum wächst schon wieder neues Gras. Sehr idyllisch. Und seltsam, so mitten im Wald, so fern von überall.
Hühnerupdate
18.7.26 Seit mehr als einem Monat sind Primus und Tenne nun allein. Sie kommen mittlerweile immer häufiger raus in den Hühnergarten und verbringen dort ihre Zeit, wenn Hitze oder Regen das zulassen.
Sie haben vorher allerdings so lange gluckend im Nest verbracht (wir erinnern uns: Wochenlang, um vor den Aufdringlichkeiten der Jungen Damen geschützt zu sein), dass sie nun Vogelmilben haben. Wir haben bereits entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen: Alle Nester und Ständer raus, die beiden, die sie benutzen geschliffen, abgeflammt, mit Kieselgur eingestrichen, frisch befüllt und nun ohne Dach wieder aufgestellt.
Es ist so ein Glück, dass die beiden so viel Vertrauen zu uns haben und alles mit sich machen lassen.
Natürlich haben wir auch um die Nester herum alles gründlich gesäubert und komplett bis auf den Boden geräumt, gesaugt und mit neuer Einstreu versorgt...
Zur Stallsituation gibt es demnächst noch ein update: Da 64m² Stall für zwei Hühner doch etwas übertrieben sind, wir für den Raum einen andere Verwendung anstreben (auch dazu später mehr), haben wir schon den linken Teil des Stalls geräumt. Das geht einfach, weil der Stall ja mehrere voneinander abtrennbare Abteile hat. Primus und Tenne wohnen also derzeit in Schlaf- und Wohnzimmer, da, wo sie sich auch früher schon meist aufgehalten haben, wenn sie nicht draußen waren. Alles Weitere "später auf diesem Kanal".
Respekt vor der Kreatur
21.7.26 Wir wohnen in einer waldreichen Gegend, die außerdem "reich" an sehr großen Feldern ist. Wälder und Felder sind hier Plantagen bzw. Monokulturen - von wenigen Ausnahmen abgesehen. Schon das zeigt wenig Einsicht in Ökologie, Artenschutz und den Wert von Vielfalt. Dass der Schreiber das als Problem sieht, wird an mancher Stelle hier im HofBlog sichtbar.
Hier auf dem Dorf hat jeder zweite Tiere (Hühner, Hunde, Katzen, Pferde, seltener Enten und Gänse). Wie gut oder schlecht es denen geht, sei ignoriert, das geht uns nichts an. Manche Misshandlung (extrem wenig Raum, kaum oder gar keine Bewegung, Tiere sind eben Sachen...) scheint tradiert, zumindest aber von allen toleriert, sonst gäbe es sie ja nicht so regelmäßig.
Und dann gibt es da die Jäger, auch gefühlt jeder Fünfte in jedem Dorf. Auch das ist Tradition.
Und allen drei Bereichen ist eines gemeinsam: Wald in Plantagen, Tierhaltung in Enge (oder totaler Freiheit, wie Freigängerkatzen, die die Vögel dezimieren), Jäger und ihr Hobby oder Job: Alle zeigen wenig bis keinen Respekt vor der Kreatur. Manches Mal wünschte ich mir, ich dürfte - nur kurz - mit gleicher Münze zurückgeben, darf ich aber nicht, und wäre ja auch ohne Respekt vor den Kreaturen der normalen Waldbetreiber, Haustiernutzer und Tiertöter.
Das mit den Baumarten und in Plantagen haben wir immer so gemacht.
Den Hühnern und Hunden geht's doch gut, sie legen Eier und passen auf.
Jagd ist Naturschutz und muss sein.
Alles Bullshit, gequirlter. Ganze Bücher gibts dazu, geht man wie wir viel mit dem Hund draußen spazieren, dann sieht man auch so, dass es eben nicht artgerecht ist, Wald so zu bewirtschaften, Haustiere so zu halten und Tiere - warum auch immer - so zu töten. Und dabei braucht es keine Studien, langjährige Erfahrungen zu besseren und artgerechteren Methoden, andere wissenschaftliche Nachweise, dass die ganzen Stammtischparolen und eben diese Verhaltensweisen überkommen sind. Gleichwohl es diese Studien etc. in großer Zahl gibt. Nein, es genügt das Hinsehen und Hören. Und ein Mindestmaß an Empathie, für Pflanze und Tier - und Mensch:
Die Rücksichtslosigkeit hat Methode. Gegen die Natur - die auch der eigenen Kinder und Enkel - wird wie eh und jeh ohne Sinn und Verstand vorgegangen, so, wie es dem eigenen kurzfristigen Wohl oder wenigstens der Bequemlichkeit dient. Das merken auch Nachbarn, Fremde, kurz jeder, der mit solchen Menschen kurz oder sogar enger zusammenkommt: Ignoranz und Eigennutz schlagen IMMER Empathie und Respekt. Beispiele:
Heute auf der Runde hat Elli mehrere Skelettteile (Rücken) gefunden. Und sie hat glücklicherweise nicht den Torso gefunden, der ein Stück weiter am Feldrand lag: Ein sauberer Bauchschnitt, Schultern sauber ausgelöst, der Rest zum Verbleib liegengelassen. Respekt?
Anderes Beispiel, indirekt aber genauso respektlos: Da kaufen alte Leute mit Eigenheim (PV also keine Probleme) im Jahr 2026 neue große Diesel mit vielen Extras und sind stolz auf ihre Errungenschaft. Ja, schöne Autos, keine Frage. Aber Verbrenner? 2026? Und jetzt bitte das Bullshit-Bingo.
Ich weiß, wir übertreiben es mit unserem Hof und unserer konsequenten Ausrichtung auf Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Rücksicht auf andere. Auch unser Umgang mit unseren Tieren ist sicher nicht normal und von jedem zu erwarten. Wenn aber jeder nur einen gewissen Teil in jedem Bereich seines Lebens bewusst nach diesen Prämissen bewerten und ggf. anpassen würde, dann ginge es mancher Kreatur deutlich besser: Den Insekten im Wald, auf den Feldern und im Boden, den Tieren um uns herum und letztlich auch den Mitmenschen, die eigenen Kinder und Enkel inklusive.
Am Ende ist sie tot, und doch ist da eine Hoffnung. Und stirbt bekanntlich zuletzt.
Und wenn das hier ein Jäger, Freigängerhalter, Verbrennerfahrer, Krachschläger, Raucher oder oder liest und sich mit uns unterhalten möchte, sehr gern. Nur nicht hier bei uns auf dem Hof - soviel Natur, Nachhaltigkeit und Technik verhindert ein entspanntes Gespräch. Außerdem würde die allgegenwärtige Kameraüberwachung sicher stören.
Historie am Wegesrand
22.7.26 Aus dem Weg zu einer Gärtnerei in Wittenberg haben wir

einen Abstecher in den Wald gemacht - Elli soll ja was zu Schnuppern haben. Dabei haben wir zunächst einen sehr schönen alten Wegweiser gefunden.
In der Nähe fand sich dann noch ein Schild, was interessante Dinge zur Gegend erzählt (klick auf die Kirche).

Wir wohnen ja schon eine ganze Weile hier und sind wegen/für/mit Elli viel unterwegs. Aber das war uns neu. Sehr interessant!
Der genannte Radwanderweg ist derzeit übrigens Baustelle: Es werden gerade Stromleitungen neben eben diesem Weg verlegt, und der ist schon arg in Mitleidenschaft gezogen. Bevor Sie sich aufmachen, sich das selber anzusehen: Lieber noch etwas warten, bis alles wieder hergerichtet ist.
Der Mond ist aufgegangen

30.7.26 Manchmal zeigen sich überraschend Bilder wie dieses hier:
Am sehr frühen Morgen um kurz nach 5 Uhr bei der Morgenrunde mit Elli stand der Mond am Himmel, als hätte jemand ein Licht brennen lassen. So schlicht - und so schön. (Übrigens: Links hinter den Bäumen ist ein Teil des Lehnsdorfer Wasserwerks zu sehen, welches am 10. des Monats schonmal erwähnt wurde.)
Ellis Tagebuch |
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5.7.26 Als wir heute so über einen Weg gingen, flitzte ein kleiner brauner Puschel an uns vorbei.
Ich wollte mal schnuppern, aber mein Begleiter hat schnell NEIN gesagt. Er hatte wohl Angst, dass die Haare Stacheln sind und mir in die Nase pieksen. Jedenfalls hat er dieses Foto gemacht und von der Kamera gesagt bekommen, dass das ein Brauner Bär ist. Also die Raupe davon. Mein Begleiter hat es so gemacht, dass man den schönen Schmetterling sieht, wenn man auf den Puschel klickt. Ein schönes Tier. Hab ich leider noch nie gesehen. Du vielleicht?

10.7.26 Heute hat es beim Spazierengehen plötzlich geklappert, als würde jemand mit Brettern aufeinanderschlagen. Hab ich nicht verstanden, und konnte zwar hören, woher das kam (ganz weit weg, noch hinter dem
Feld), aber nicht sehen, von wem. Meine Begleiter haben gesagt, das ist ein Storch, der seinen Partner begrüßt. Naja, bisschen laut, aber ganz nett. Ich freue mich ja auch immer, wenn ich jemand nettes treffe. Aber ich klappere nicht dabei, ich wedele, wie anständige Hunde das so machen.

21.7.26
Wir haben heute eine super lange Runde gemacht, in einem Wald, den ich noch gar nicht kannte. Weil es immer wieder geregnet hat, war der Weg oft sehr matschig. Da sind wir dann aufs Feld. Und an einer Stelle lagen da lauter Puzzelteile für mein Reh! Dachte ich. Mein Begleiter sagte aber, dass die nicht zu einem Reh gehören, sondern zu einem Wildschwein. Und dann war er sehr ungehalten. Er hat sich richtig aufgeregt, das habe ich gemerkt. Ich dachte schon, ich hätte was angestellt, so sauer war er. Aber später hat er sich dann ausgiebig bei mir entschuldigt. Ich hab nix gemacht, puh.
Er hat dann zuhause mit meiner Begleiterin gesprochen, dass er etwas dazu sagen will, also in seinem Tagebuch. (Anm.d.Red.: s.o.).
Also, alles halb so wild. Dann warte ich noch bis ich alle Teile zusammen habe.
